Lineup 2009

U.D.O.

Was kommt einem beim Begriff „Dominator“ zuerst in den Sinn? Ganz sicher verbindet man damit jemanden, der durchsetzungsstark ist und sich nicht aufhalten lässt, egal was da kommen möge. Diese Attribute treffen ganz sicher auch auf Udo Dirkschneider zu. Der ehemalige (und einzig wahre) Sänger der German Metal-Legende ACCEPT hat auch in den nun über 20 Jahren Solokarriere unter dem Banner U.D.O. eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welche Ausnahmestellung er inne hat. Wenn man den Mann mit der markerschütternden Stimme besser kennt, verwundert es nicht im Geringsten, dass seine eigene Band U.D.O. schließlich viel länger existieren und konstanter erstklassige Werke veröffentlichen würde als dies Accept je zustande brachten. Aber nicht nur deshalb ist „Dominator“, der Titel des brandneuen und nunmehr zwölften Studioalbums von U.D.O., so passend wie auch aussagekräftig. Ein Udo Dirkschneider lässt sich nicht aufhalten!

1981 sollte zu einem wichtigen Jahr für die von Dirkschneider angeführte junge band Accept werden. Das gerade veröffentlichte „Breaker“ Album bahnte den internationalen Durchbruch und war nur das erste Klassikeralbum einer Band, die schon bald zu den wichtigsten und einflussreichsten Metal-Acts zählen sollte. „Restless And Wild“ folgte im Jahr darauf, das 83er Werk „Balls To The Wall“ sicherte die erste Goldauszeichnung in den USA und „Metal Heart“ (1985) brachte die Band auf ausgiebigen Welt-Tourneen ihrer stetig wachsenden Fangemeinde näher. Ein Jahr später, nach der Veröffentlichung des „Russian Roulette“ Albums, sollten sich die Wegen von Udo und Accept trennen: der charismatischen Sänger Dirkschneider gründete U.D.O., um weiterhin seine Vision von Heavy Metal zu leben, während Accept mit neuem Sänger einen deutlich kommerzielleren Weg verfolgten. Mit starken Releases wie „Animal House“ (1987), „Mean Machine“, „Faceless World“ und „Timebomb“ verschaffte sich Dirkscheider auch mit neuer Band umgehend Respekt und konnte neben Kritikerlob auch auf den unvermindert großen Fanzuspruch setzen. Accept konnten 1992 noch einmal mit Dirkschneider als zurückgekehrter Gallionsfigur an alte Erfolge anknüpften, aber schon 1997 erschien mit „Solid“ ein weiteresU.D.O. Studioalbum. Es folgten „No Limits“, „Holy“, das heiß ersehnte Livealbum „Live In Russia“ (2001), sowie „Man And Machine“.

2004 unterschrieben U.D.O. bei AFM Records und veröffentlichten mit „Nailed To Metal“ ein weiteres Livealbum/DVD. „Thunderball“ und „Mission No. X“ ernteten wie üblich exzellente Kritiken und führten die band zu ihrem bis dato erfolgreichsten Album: „Mastercutor“. Das 2007 veröffentlichte Werk wurde von Presse und Fans als Auffrischung des klassischen Accept/U.D.O.-Sounds wahrgenommen. „Mastercutor“ leugnete nicht im Geringsten die Wurzeln von U.D.O., zeigte aber eine weitere Facette. Platz 39 in den deutschen Album-Charts war gleichbedeutend mit der höchsten Platzierung der Bandgeschichte und ein weiterer Beweis für den ungebrochenen Zuspruch, den sich U.D.O. mit konstantem Line-Up und starken Veröffentlichungen verdienten. Zum 20-jährigen Jubiläum erschien 2008 „Mastercutor Alive“, ein Livealbum und Live DVD. Mit „Dominator“ folgt nun schon bald ein weiteres Metal-Juwel. Müßig zu erwähnen, dass der nächste logische Schritt in der Karriere des Meisters erneut absolutes Pflichtprogramm für jeden Metal-Fan ist.

„Dominator“ ist voll von dem charismatischen Heavy Metal., für den U.D.O. seit vielen Jahren geliebt werden. Der zeitgemäße Sound ist ein weiteres Trademark. Als Ganzes betrachtet bringt das Album auf den Punkt, wofür Dirkschneider steht (und Accept stand): klassische Power-Riffs mit durchschlagskräftigen Refrains erinnern an den Accept-Sound, den Udo und Stefan Kaufmann entscheidend mitprägten („Black And White“), mit „Stillness Of Time“ gelingt perfekt der Brückenschlag zum symphonischen Sound von „Faceless World“ (1990) und erbarmungslose Groovemonster in „Man And Machine“-Tradition („Heavy Metal Heaven“) sind ebenso vertreten wie kraftvolle Headbanger-Hymnen („Dominator“, „The Bogeyman“). Auch ein Ausflug in balladeske Gefilde („Whispers In The Dark“) gerät völlig unkitschig und unterstreicht die Vielseitigkeit der Band.

„Dominator“ wurde wieder von Stefan Kaufmann (der nach seiner Zeit bei Accept nun fast so lange der Gitarrist von U.D.O. ist, wie Dirkschneider Sänger) produziert, gemischt und gemastert. Die Dominanz geht weiter! Accept the boss!